Montag, 21. August 2017

dankeslied für jahrestage

ich habe mir dein glück gezeichnet
tief ins innen eingegraben
wer du bist und wie und was für mich

wenn du mir nah in wärme bist
das ist genug ich mag dich spüren
durch allen stoff dazwischen

deine haut und darunter
einfach ich und
einfach du

dann such ich meine zeichentafel
irgendwo ganz tief im spüren
durch nach dir und bin zufrieden

für diesen augenblick
ist dein bild hier
so unvergleichlich nah

(copyright © 21.8.2017, bernd pol)

Freitag, 18. August 2017

spätes kindessinnen

weiß noch wie die blumen gingen
hör noch still den sternenglanz
bin noch ganz im kindessinnen
und die welt ist mir noch ganz

ja wenn die welt nur kindesnahe bliebe
wo ein lächeln wunder schaffen könnte
und jede träne löste tausendfach
jeden schmerz in lieben auf

tragen lernen aus
verlornen tageleben
was wichtig war und
lebentreibend bleibt

und dann nach jahren über jahren
zurück schauen über das was kam
und die hände wieder fassen
mit dem kinde das man war

ach die welt mit allen wichtigkeiten
will profan am drehen bleiben doch
seh ich sie neu mit kindesaugen
kann ich ihr stocken ändern gehn

weiß wieder wie das lieben ging
kann sterne in das leben tragen
und so getröstet neu vereint
wird die welt mir wieder ganz

(copyright © 18.8.2017, bernd pol)

fernes seelenfreuen

ein kleines glück ist mir heut zugefallen
nicht mal mir selbst
muss wohl ein andres sein
ein strahlen aus entfernterem begegnen
so wunderweise
so eigensam

wir wissen nicht wem wir begegnen
wir wurden zeitenweise übersprungen
wir teilten ohne abstand sonderwelten
wir waren leben auf ganz eigne art

es ist nicht wahr
es ist nie hier gewesen
es ist in keiner art beweisbar

und hat hier doch ein stück wie glück begleitet
nur so von ferne her
so unbekannt so nah
doch mitgeschwungen mitgeführt wie eigenleben
ein weilchen nur
weil es so war

(copyright © 18.8.2017, bernd pol)

Donnerstag, 17. August 2017

mittelmeer heute

das ist dann immer wieder
dass einem der atem stockt
und alle wörter fliehen

es sind die schreie
die stumm bleiben
auf den bildern

wenn der atem stockt
beim wissen um all
das viele letzte
ringen wo die lungen
allein noch wasser finden

nicht auf den bildern
in unseren zimmern
aber die träume
wissen davon

es ist was menschen menschen tun
was zynisch ohne mitleid lebt
es sind die täglichen morde
und die hilflosigkeit
jenen gegenüber die
sie im namen von
staatlichkeit
befehlen

nein
es ist genug geweint
zeit wird es
im namen der menschheit
zu handeln

(copyright © 17.8.2017, bernd pol)

Mittwoch, 16. August 2017

wahrheiten gelebt

wie du im verborgenen liebst
wie du im lichtverstehbaren bleibst
wie du lebst in dieser wahrheit von dir

und selbst nur im anschein
doch wieder ganz du bist

denn was geschieht und was war
sollen wahrheiten bleiben
ganz eigen in dir

gilt uns auch die andere
nicht mindere wahrheit
doch wirklich zu binden
im widerspruch der leben
was immer augenblicks ist

das bleibt gewiss
wie es ist wie es war
ganz unser geschehen

denn die liebe reicht weit
über die schluchten der zeit

(copyright © 16.8.2017, bernd pol)

Dienstag, 15. August 2017

in deiner nähe zu treiben

ich treibe mitunter
ganz still an dir vorbei
nur zum spaß und einfach so
dir ganz verborgen nahe zu sein

es ist die freude am anderen leben
und am glück wenn es lebt und
dann auch wieder am mit dir leiden
im wünschen dies teilen zu dürfen
befreiend im gemeinsamen sein

mitunter klaube ich
aus deinem leben die krumen
die neben unseren weg
fielen um zeugnis abzulegen
was immer ohne mich war

und verwahre sie dann still ganz nahe bei mir
und hol sie mir manchmal in einsamen stunden
und beschaue von allen seiten wie sie nun sind
und genieß ihre rätsel ohne wirklich zu lösen
und freu mich über was das ohne mich war

so bin ich dir im verborgenen nah
ganz zum spaß und in freude
gerade nur einfach mal still
in deiner nähe zu treiben

(copyright © 15.8.2107, bernd pol)

Donnerstag, 10. August 2017

zusammen reifen

ist so schön dich still zu wissen
ist grad so wie ein lebensfalten
und mich deckt dein wirkensteil
und unsre neue schaffensfreude

welten haben uns getragen
so umgebrochen auserlebt

zeiten zwiefach umgeschaffen
wo altes immer neu vergeht

träume immer neu vollzogen
immer wieder aufgefunden

wo du bist und wie du lebst
in eigensinne aufgesogen

es ist so gut in eins zu ruhen
in all den schroffen lebensfalten
immer noch ein bett zu finden
das uns durch ein reifen trägt

(copyright © 10.8.2017, bernd pol)

Mittwoch, 9. August 2017

neu zu finden

es ist wie ganz sein eigen werden
es ist ein wachsen aus der alten haut
es ist ein reifen über abgefallnem
es ist ein andersartig selbst sein

stumpfe zeiten abzulegen
abstreifen was einst nahe war
klären von zu altem bodensatz

und es schmerzt doch
das immer wieder alte ringen
um dies nahe das längst nicht mehr lebt

die augen immer sehen müssen
die nie wieder sprechen werden
wie es einmal alltäglich war

wildes leben aufzusuchen
vor den frühen lähmetagen
erspüren wer du wirklich  bist

es ist die zeit sich ganz zu lösen
es ist ein neues finden im erleben
es ist ein lieben das erbeben trägt

es ist die zeit für neues schaffen

endlich wieder ganz zu leben
endlich voll sein eigen werden
endlich andersartig selbst zu sein

(copyright © 9.8.2017, bernd pol)

Sonntag, 6. August 2017

systemversagen

das ist wenn die dunkelsonnen
links und rechts die hügel erobern
und im zenith steht finster ein mond

das ist wenn das sprechen versagt
vor ungestalt gewendeten wörterreihen
ein lallen treibt zwischen tauben ohren

das ist wenn das sehnen erlischt
im zerlebten lieben der enden der welt
einsamkeit menschen über die zäune treibt

kein leben ist mehr
unter lichterbäumen
sind schatten versagt
denn träumen ist dort
zum scheinen verstummt

es ist was recht gewesen ist
nicht einmal unrecht sondern
schweres nichts geworden
ubnter den menschen

mit schuld trägt hier
längst keiner mehr
einer den anderen
in ein vergebens
beklagtes grab

die menschen haben die brücken zerschlagen
zwischen den hügeln alter eintracht
und des wissens und des tuns
klafft nun finsternis ewig und
in karger gedankenlosigkeit

(copyright © 6.8.2017, bernd pol)

Donnerstag, 3. August 2017

wolkenweise

sommer ists
die wolken ziehen lange schleppen
und mein träumen treibt im wind

hab dir ein sehnen beigegeben
ein sachter wunsch der leben trägt
und doch bleibt alles ungebunden
nur frei im frischen wind bewegt

die wolken machen beinah sprünge
und folgen keinem augenschein

dort zerrt das sein
und trennt die lebensteile
von ihren losen wolkensäumen

ich denk an dich
ich wünsch dir glück im tagestun
ich zieh mit dir ein kleines leben

und lass uns durch die wolken treiben
womöglich so zerrissen wie die sind

und dennoch ständig voller leben
und dennoch ohne festes ziel

als wärs ein glück
frei durchzukommen
und wieder wolkenweise
von vollen tagen liebend
zerrissen unterwegs zu sein

(copyright © 3.8.2017, bernd pol)

und das hoffen hält bis zuletzt

und dann ist da doch noch immer das hoffen
darauf dass doch kein untergang kommt

und die ströme auf der anderen seite der felder
ruhig zurück kehren in ihr gewöhnliches bett

und das feuer speien über den bergen am rand
über die zeiten mit lava die erde befruchtet

und die stürme weit draußen dort über den meeren
endlich den schiffen ein ruhiges fahren erlauben

so ein hoffen
auf leben

so ein hoffen
auf nah sein

so ein hoffen
auf letztliches glück

noch während die äste brechen in den wäldern
noch während die dächer sich blitzfeuer fangen
noch während die dämme bersten vom dauernden druck

so hielt immer das hoffen
noch über untergänge hinaus

(copyright © 3.8.2017, bernd pol)

Mittwoch, 2. August 2017

dunkel begleiten

ich lieg auf den bergen
am rand deiner liebe
und schau auf die brände
in den tälern

und kann gar nichts tun

ich trink von den seen
am rand deiner liebe
und schmecke das salz
aus den bächen

und kann gar nichts tun

ich hör all dein rufen
am rand deiner liebe
und das sehnen darin
unter dem schmerz

und kann gar nichts tun

nur schauen kann ich
nur schmecken kann ich
nur lauschen kann ich

dich aus der ferne
am rand deiner liebe
ein wenig begleiten
zum überleben

nur das kann ich tun

(copyright © 2.8.2017, bernd pol)

nacht

jetzt treiben die schatten schon wieder

schwarze ängste erschaffen bilder
aus den höhlen dringen schmerzensrufe
und irgendwo am rand macht sich hoffnung klein

das leben hat verkehrten schritt genommen
hinter augenlidern glühen feuerscheite
im grauen kreisen selbstgespenster

es ist kein trösten hier
trauerwolken treiben über nichtigkeiten
jeder funke wird fanal

irgendwo jedoch an den rändern der welt
wendet das leben sich um und geht eigene wege

du dort aber
zerbrich mir nicht

(copyright © 2.8.2017, bernd pol)

Dienstag, 1. August 2017

stille

wie du an den sanften tagen
ganz in dich versunken lebst
und nur die ferne ist dir nah

soll kein laut dich je erschrecken
aus diesem umgedachten leben
der reinen stille in deiner haut

was immer sich bewegt in dir
bei dir mag ich gar nichts stören
weil ich kaum dein hiersein weiß

es ist dies innig leben aus dir selbst
das einem hier den mund verschließt

und keine hand mag an dies rühren
und kein gedanke drängt sich ein

denn heilig ist dies lebend werden

(copyright © 1.8.2017, bernd pol)