Dienstag, 20. Juni 2017

aufbegehren

ich hab mich eingefressen in das leben
in die süßen wie in die bitteren teile
und das was immer scheiße ist

es gehört zusammen das
verdaubare und das
unverdaute und all das
dazwischen was unbewältigbar scheint

hilflos in fremden tränen gefangen
in trauern die nicht die meinen sind

so ausweglos mitunter
ich hab es gefressen
ein leben in dem

sich immer wieder nur
mitleiden lässt

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

vom getrennt gemeinsam sein

und dann ist wieder da das warten
das aus sich gehen wenn du schweigst
das still sich ineinander sehnen

die zeichen wenn sie unverkennbar waren
die lebensworte aus dem gleichen sein
die leise eingetropften widersprüche
die doch ein ganzes leben sind

ich würd dir gern die welt erklären
den teil hier den ich für dich bin
und jenen den ich aufbewahre
für jene immer fernen zeiten
wo wir auseinander sind

ich bin bei dir im nahen schweigen
ich bin bei uns wie du sprichst
ich bin in einem wo du liebst
ich bin im zeitenleben hier

glaub mir all die seelenmühe
die ohne gegenfordern lebt
nur dies eine ausbedungen

dass vertrauen bleibt auch
wo ich uns alleine bin

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

Montag, 19. Juni 2017

gemeinsamkeit

ich mag dich hier in zwischenräumen spüren
zwischen den zeilen lieben mit dir in
immer ungesagten wörterspielen

ergibt sich sinn im weltenspüren
im dasein beim gemeinsam lieben
außer sich leben von profanem sein

du weißt ich hör dir zu eigen zu
bei all diesem lebensregen
von guten wie von schlechten tagen

hauptsache bleibt
wir sind uns
gegenseitig
liebend da

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

schattenjagd

im reich der schatten jag ich nach licht
von tausend sonnen aus der liebe gezogen
ein leben oder zwei ich zähle da nicht
viele oder all die welche jemals gelebt

ich hab mir die schatten gewählt
so sieht man mich nicht
unterm trauern im täglichen sein
und bin zum frieren hier

eingeschlossen im nicht mehr erstrebten
ausgeschlossen vom lebendig wirkenden sein
aufgeschlossen von gespenstischen mächten

das ist es
im licht hier
hilflos zu sein

nein ich lass mich nicht blenden
jetzt nicht und nimmermehr
euer licht ist alt und
teuflisch geworden

ich such mir die liebe unter den schatten
dort wo man sich herzensnahe erkennt
ist die luft hier auch kalt

es gibt leben zu wärmen
in dem still leichteren rauschen
dann wenn einer den andern berührt

und ich jage mit geschlossenen augen
ganz sanft durch eine lebendige welt
umd wissend verwandte leben zu finden
ein lieben das in leichtigkeit hält

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

Sonntag, 18. Juni 2017

wieder liebe machen

mein lieben ist ein fallen lassen
ist geschehen machen im anderleben
ist sehnen treiben aussichsein
ist über leben aus gemeinsamkeit

will dich über grenzen über zeiten schweben wissen
will spüren wo du bist und warum und immer wie
will sein wie und wo du bist auf unsre eigenweise
will die lust uns treiben alle überlebenstage

einfach sein und allerorten
in dir zugleich und aller welt
und wieder fort im ungewussten

im einen ewigschauer
durchgeliebt zu sein

(copyright © 18.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 13. Juni 2017

schreibantriebe

muss ich ständig dem entsetzen trotzen
das von außenwelten auf mich schlägt
ohne dass mein schreiben hier
erdweit menschenwerke ausgebiert

werke die äonen gelten
lebenswerke erdennah
liebeswelten umgeschaffen
dauerhaft aus zeitenströmen

es wird wenn sich die menschen regen
wenn menschenhandeln allen gilt
tabus für fremde eigensüchte

ja ich will mein schreiben lehren
den widersprüchen dieser zeiten

immer neu und immer wieder
menschenliebe vorzuhandeln

(copyright © 13.6.2017, bernd pol)

Samstag, 10. Juni 2017

lass mich

lass mich bei dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leben für dich

dort wo dein halten
das lieben befreite
wär es nur recht hier
im zerlaufenden sein

lass mich in dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein lieben für dich

wohin es auch fliegt
das alther gefundne
wenn die bänder zerfallen
im brechenden licht

lass mich um dich sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiben für dich

ein leben zusammenzuschließen
noch einmal aus körper seele und geist
und sich dann wieder zu fangen
zu finden im neu zu schaffenden eins

lass mich vorbei sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiden für dich

lass mich nein
lass mich nicht
lass mich sein

wie es uns womöglich lebt
hinter zerbrochenen welten

(copyright © 10.6.2017, bernd pol)