Freitag, 20. Januar 2017

hand in hand

das ist die zeit in der leben sich lösen
aus dem werden und geworden sein
um zueinander neu sich zu finden
im wieder erfüllten geborgen sein

wenn ich im schlaf mitunter dein lächeln sehe
dort unter der wärme eines vergehenden traums
und es treibt mir all die gemeinsamen jahre ein
die vergangenen und doch längst nicht verwehten
und ich weiß wie es war mit dem leuchten und
wie es heute und morgen sicher dauerhaft ist

da greif ich leise zur decke
lösch mir behutsam mein licht

und geh träumen wie etwas war
und wie es hätte sein mögen
und wie es gut geworden ist
und wie es wächst noch immer

stunden und tage und jahre
ein leben ein traum

hand in hand
gebunden
mit dir

(copyright © 20.1.2017, bernd pol)

Mittwoch, 18. Januar 2017

offene enden

wär es nur was wäre wenn
die welt könnte so einfach bleiben
aber dies was war da weil
und das nicht wissen wie
treibt einen in dämonen um

es ist so schwer die welt zu teilen
im leben urvertraut gemeinsam sein
mit all dem nicht mehr antastbaren
all jenem unausdrückbar sein

und wurd es letztlich auch ein voll erfülltes lieben
wo mancher weg sich teilte und dann wieder neu verband
zu diesem glück von heut auf jenen letzten schritten
im wundersamen eins in eins geworden sein

schwebt doch ein stiller hauch von trauer
ein spüren ahnen von verborgnem schmerz
und dann doch nicht heilen helfen dürfen

so trägt das lieben stille schatten
und will doch durchgewandert sein
wortlos still im urvertrauen

ich war du warst
wir sind gewesen

der weg ist fest der hier noch bleibt
im still vertrauend gang und lebbar sein

(copyright © 18.1.2017, bernd pol)

Samstag, 17. Dezember 2016

dauerhaft bleiben

bin noch immer beim gehen durchs leben
irgendwo hinter dem anfänglichen schritt

denk ich zurück mich
über jahrzehnte
ist alles wie
eben gerade
geschehn

als hätte sich bei mir gerade soeben
ganz neu ein dauerndes lieben geboren

im vergehenden licht
ein innerer blitz
und noch nicht
einmal hier
ein kuss

und das lebt und trägt noch immer das fragen
und das staunen und alle die wunder der welt

das leben und
wie soll es werden
und wird es uns tragen
und binden zu unserer zeit

ein erster schritt nur und so gegenwärtig
im dankbaren fragen und zweifeln und sein

die zeit sie hat
uns wunder getragen
und dennoch immer das eine

wie konnte das sein

(copyright © 17.12.2016, bernd pol)

Montag, 28. November 2016

erinnern in schlaflosen zeiten

das ist wenn ich liege
in deinem lauten schlaf

und einem träumen lausche
und alten sehnsüchten
und neuem verlangen

und eines nie war vielleicht
und anderes niemals geschieht

und alles ist eines
und eines im andern
und im andern die welt

das ist in möglichkeiten geschehen
in wirklichkeiten abgesperrt und
eingetötet im täglichen sein
wo daneben doch wieder
wünschen aufkeimt und
fantastisch erinnernd sich
vergangenheit neu schafft
wie ein erzählen in
geschlossener form aus
innerem wirklich und
als möglichkeit wahrem

aus fetzen geschaffen
aus unbedachtem reden
aus sturzbächen die und
aus all dem kleinen gestehen

all das was wahr ist im augenblick
und morgen nicht mehr lebt und
kein wort mehr findet und
kein erinnern mehr in
keiner lebendigen welt

hab ich dich im träumen lieben gesehen
schöpfend aus ungesagten quellen
leben geteilt mit neu wieder fremden
die es gab und dann wieder nicht
wo all das in allem so ungemein
wichtig zum weiterleben war

was schert es da die wirklichkeit
dann wenn du zurückkehrst aus
all deinem lauten schlaf
wo aus den augen leuchtet
neu in allen formen des
möglichen scheins

du bist mir unendlich lieb

(copyright © 28.11.2016, bernd pol)

Mittwoch, 14. September 2016

unschuld

ich dachte ich wollt
den morgen mir fangen
um den tag davor zu halten
bevor er ganz verloren war

das war vor den heutigen zeiten
als das träumen noch lebte
und wunder die welten betäubten

wo du lagst im gras mit kindlichem staunen
jeder käfer wurde zum mittler im sein
und jeder halm um dich wuchs himmelweit
zum pfeiler eines zeitlosen glücks

selbst die wolken konnten
der dauer nicht schaden
auch die tropfen nicht
von sanft warm erhaltenden
bis zu lebenstreibenden
harten gewittersturzbächen

alles eins gewesen
in den kindlichen zeiten
bis zum erwachen
heute im altmenschentreiben

(copyright © 14.9.2016, bernd pol)

Sonntag, 28. August 2016

immer wieder neu begegnen

du bist mein fleisch
mein herzensleben
bist mir die haut
ins wiedersein

wie ich dich seh
zum neu begehren
im alten spiel

in dir zu treiben
über grenzen und grenzen
all das zu werden
was uns war und wird und ist

und dann des einen glück im andern sein
das dauer will und leben fordert
immer fort im wilden menschenwerden
bis du mir laut und innig bist

ungezählt vom ersten bäumen
wie schaum in aller erdenfülle
bis hin zum auseinandersinken

lebensvoll im dauerhaften
friedensförmig ausgefüllt
nur noch ewig eines sein

(copyright © 28.8.2016, bernd pol)

Samstag, 27. August 2016

ein letztes fragen

es ist als hätt ich dich ewig getragen
hier im herzen und auf jeder hand
doch das verstehen hielt
kaum dabei schritt

gespürt hab ich still was uns gut war
wenn auch das fragen zumeist verging
unter den worten die nur schwach
dies wunder richtig erfassten

doch du warst um mich
und hast mich gehalten
dass ich tragen konnte
ohne ein übriges wort

und nun mit
dem ziel so
menschfern
erreichbar

verstummt jedes fragen
ganz bis auf dies eine

bleibst du mir weiterhin nah

(copyright 27.8.2016, bernd pol)