Mittwoch, 14. September 2016

unschuld

ich dachte ich wollt
den morgen mir fangen
um den tag davor zu halten
bevor er ganz verloren war

das war vor den heutigen zeiten
als das träumen noch lebte
und wunder die welten betäubten

wo du lagst im gras mit kindlichem staunen
jeder käfer wurde zum mittler im sein
und jeder halm um dich wuchs himmelweit
zum pfeiler eines zeitlosen glücks

selbst die wolken konnten
der dauer nicht schaden
auch die tropfen nicht
von sanft warm erhaltenden
bis zu lebenstreibenden
harten gewittersturzbächen

alles eins gewesen
in den kindlichen zeiten
bis zum erwachen
heute im altmenschentreiben

(copyright © 14.9.2016, bernd pol)

Sonntag, 28. August 2016

immer wieder neu begegnen

du bist mein fleisch
mein herzensleben
bist mir die haut
ins wiedersein

wie ich dich seh
zum neu begehren
im alten spiel

in dir zu treiben
über grenzen und grenzen
all das zu werden
was uns war und wird und ist

und dann des einen glück im andern sein
das dauer will und leben fordert
immer fort im wilden menschenwerden
bis du mir laut und innig bist

ungezählt vom ersten bäumen
wie schaum in aller erdenfülle
bis hin zum auseinandersinken

lebensvoll im dauerhaften
friedensförmig ausgefüllt
nur noch ewig eines sein

(copyright © 28.8.2016, bernd pol)

Samstag, 27. August 2016

ein letztes fragen

es ist als hätt ich dich ewig getragen
hier im herzen und auf jeder hand
doch das verstehen hielt
kaum dabei schritt

gespürt hab ich still was uns gut war
wenn auch das fragen zumeist verging
unter den worten die nur schwach
dies wunder richtig erfassten

doch du warst um mich
und hast mich gehalten
dass ich tragen konnte
ohne ein übriges wort

und nun mit
dem ziel so
menschfern
erreichbar

verstummt jedes fragen
ganz bis auf dies eine

bleibst du mir weiterhin nah

(copyright 27.8.2016, bernd pol)

Dienstag, 16. August 2016

sommermorgenträumen

es ist ein kühler sommersonnenmorgen
und ich hänge letzten träumen nach

jenen die erzählen und vom leben handeln
jenen die im alb verluste überhäufen
jenen die versprechen ohne je zu halten
jenen die fast glücksgesättigt sind

und schlag ich hier die augen auf
tröst ich mich an deinem schlaf
und einem sachten berühren ohne
dir zu früh die träume aufzustören

so wird die welt im morgen schön
und über all die letzten träume
vergoldet sich bei dir mein tag

(copyright © 16.8.2016, bernd pol)

Samstag, 13. August 2016

schicksalstreiben

hab mich wenn ich dich so sehe
in meiner welt ein stück gedreht
gerad so weit dass deine nähe
mir nicht in feuern untergeht

es ist ein sturm
der mich beflügelt
ein schauer voller
schicksalsfugen

ein rondo immer gleicher themen
ein wesenskreisen hier um dich
ein manchmal neu um dich verzagen
ein immer wieder eingefangen sein

ich seh dich an
und spüre deine worte
und wer du bist
ich werd es einmal wissen

dann wenn der sturm nachlässt
und all das schicksalstreiben
in unser zentrum eingefallen ist

und ich dich seh
und ruhig bleibe

ganz hier
und zart
um dich

(copyright © 13.8.2016, bernd pol)

Donnerstag, 11. August 2016

kosmisches träumen

bin eben wieder in alte träume gefallen
schwebend um unendlich liebende sterne
wie sie mir durch deine augen begegnen
am tag die und die aus lustvoller nacht

als söge ein universum
einen vollständig ein
und ein lieben füllte es
ganz unendlich aus

ewig zum eins sein sich leben erborgen
wie sie frisch aus der nähe erstehen
die ständig wächst im neuen umarmen

und wenn wir ineinander fallen
zieht die zeit die vorhänge zu

damit dies lieben
neu ersteht vom
unendlichen sein

(copyright © 11.8.2016, bernd pol)

Montag, 8. August 2016

sinnlosigkeiten

dies ist das zweifeln nach dem glück
das ob es hier wirklich richtig war
und das danach ob es auch reicht
und wieder das
war es denn wahr

wie mit scheinwerfern
grell durch nebelwände
verganges durchsuchen mögen
blind vor einem vorhang
von vorgefasstem sein

es gibt kein lösen aus vergangnem
das glück ist jetzt oder auch nicht
vertrauen ist es und sich fallen lassen
wenn es gelingt im rechten augenblick

und doch ist da stets dies hinterfragen
immer wieder ein neu erhaschen mögen
von schmetterlingen in fremden gärten

sie flattern fort
fehlt jenes netz
mit fadenknoten
aus urvertauen

ist doch kein fragen nötig
weil alle zweifel treiben
dies glück hier wieder
weit fort aus unsrer welt

(copyright © 8.8.2016, bernd pol)