Montag, 5. Februar 2018

selbstbesinnen

hab mich um die welt zu lernen
aus der zeit zurückgezogen
bis auf ein stück nahe haut
um das atmen zu erhalten

doch nun ist es um mich gar zu still
jeder herzschlag macht mir lärm
jeder atemzug ein innensturm

und die sehnsucht wächst
nach der ganzheit von welt
nach menschenfüllesein

ist wohl gut an zeit zu sparen
immer wieder mal im augenblick
selbst zu sein in einzigkeit

nur um zu erfahren
wieviel mehr es ist
lebendig zu sein in
liebender weltenfülle

(copyright © 5.2.2018, bernd pol)

Sonntag, 4. Februar 2018

träume über weiten tagen

manchmal wenn sich hier die tage weiten
und du weißt nicht mehr wie leben geht

das alte das nur schatten trug
das immer gleiche graue treiben
das wieder kein versprechen hält

wo liebe grenzen unterschreitet
im puren zweifel ob da fülle war
und wenn ob sie getragen hat
trotz allen leeren weiten zeiten

oder ob da doch gewohnheit nur
aus einem tag den nächsten zieht
der menschen unerträglich macht
im unbewegt erfahrnen andersein

diese tage wo die hüllen
reißen müssten überm
ungewissen ungewussten
unbegriffnen flüggesein

und du triebest neu durch lichterketten
wenn leichtigkeit dich wieder fasste
und vertrauen stiege aus dem wissen
um neu geschaffne liebesnähen

nur einfach in den weiten tagen
stundenweise fallen dürfen
aus ungeliebtem ungelebtem sein

einmal nur und
dann in stille
wieder wieder

wenn weite tage dennoch träume schaffen
und lebensklänge zwischen hier und jetzt

(copyright © 4.2.2018, bernd pol)

Freitag, 2. Februar 2018

verfrühtes blütentreiben

da sind hier erste blumen wieder neu zu spüren
ein lebenstreiben viel zu früh im jungen jahr

doch irgendwo im hintergrund
ziehn ängste sich umher in mir
vor einem späten harten frost

hasel will schon blätter treiben
da war gerade einmal januar
und osterglocken sind zu erahnen
im schnee von weißen glockenfeldern

das jahr spielt hier total verrückt
es will schon jetzt genossen sein

und ich spür deine hand bei mir
und lass mich auf ein tänzchen ein
färbt doch das frühe lebenstreiben ab

was soll uns jetzt ein frösteln stören

kommt irgendwann vielleicht doch noch das eis
so lassen wir gewiss vom blühen uns
in innenräumen inspirieren

(copyright © 2.2.2018, bernd pol)

Montag, 22. Januar 2018

zauberwünschen

ein gefühl als hätten sich die zeiten verheddert
in gordisch nahen knoten sich gefangen
und das was gestern noch als helle zukunft lockte
wär irgendwo tief im trüben erstickt

es sind die tage immer wieder
wo man wünscht man hätte zauberkräfte
wider alle geilheit der macht
und die stumpfheit der umgebenden welt

einfach einmal ganz ohne mühe
ein magisches stöckchen zu schwingen
alles wär verständig und heil

doch dann kommen die bilder wieder
und all das fern empfundene leid
und das blut und der zorn und
die ohnmacht der welt gegenüber

und du siehst
selbst wenn du zaubern könntest
die verhältnisse untereinander
können in all der unzeitenmühe
trotz alledem

nur wirkliche menschen
in gemeinsamkeit richten

dein teil aber wäre
ganz ohne zauberstäbe

entscheidend dabei

(copyright © 22.1.2018, bernd pol)

Sonntag, 21. Januar 2018

eines dem andern sein

denken musst du
wo wege sich trennen
für das was war und
das was kam und das
was wird vielleicht
wissen musst du

dann aber zieh die schuhe aus
und lass die füße alleine
den besten grund finden

für die scherbenstrecken aber
erkenne vorher wo
es dringend feste sohlen braucht

(copyright © 21.1.2018, bernd pol)

Samstag, 20. Januar 2018

so

schritte gezählt
zum unerreichbaren

so

wörter gewogen
aus vergeblichkeit

so

blicke erträumt
in dunkelzeiten

so

leben viel zu rasch
bedeutungslos zerlebt

so

dem dasein widersprochen
das sich vertrauen erschleicht
und doch jedem winkelzug gefolgt
der zukunft versprach trotz alledem

so

bleibt im rückblick vielleicht
dies eine
unsichtbar leicht gewesen zu sein
und doch
jeden augenblick aus den sümpfen
aufs neue
über worte hoffen heraus gesiebt

so

einfach nur
zum überleben

so

(copyright © 20.1.2018, bernd pol)

leberfahren unbegreifbar

es ist das menschenferne sternenmuster
die lichtpunktschwarze ungeduld
das scheitern aus dem übervollen
wissen können wollen eines ganzen seins

wo dich welten überfallen
und das ahnen jenseits aller zeit
von den ursprüngen bis hin
zum ganz banalen leben jedentags
in unbegriffen voller leere

es ist
greifst du
mit freier hand
zum nächsten fernen
weltgemachten menschenbild

vielleicht doch im eigenwesen
dies nahe lieben das dich
neu wieder unbegreifbar
festzurrt in deiner welt
dauerhafter ungeduld

und das wissen
darum dass
es dich
hier

in der fülle lebt
unendlicher geduld
von scheitern zu scheitern

ein lebenswünschen
ein wissendürsten
ein nahebleiben

aus welt erfülltem
unfassbarem
dauerhaftem
menschenliebesein

(copyright © 20.1.2018, bernd pol)